Druck- oder Reproduktionstechnik

Druck bezeichnet alle Reproduktionsverfahren zur Vervielfältigung von Druckvorlagen.
Es werden je nach Druckverfahren seitenrichtige oder seitenverkehrte Druckvorlagen benutzt.
Diese werden zunächst mit einem Farbstoff überzogen und dann auf einen Bedruckstoff gepresst. Dabei überträgt sich der Farbstoff von der Druckvorlage auf den Bedruckstoff. Die Druckvorlage kann dabei in aller Regel mehrfach verwendet werden.

Es gibt folgende, zwingende Faktoren, die zum Drucken benötigt werden:
Druckkörper (die Druckmaschine)
Druckfarbe
Druckform
Bedruckstoff

Es wird zwischen drei Druckprinzipien unterschieden:
Fläche gegen Fläche
Zylinder gegen Fläche (rund gegen flach)
Zylinder gegen Zylinder (rund gegen rund)

Das Druckverfahren ist das Verhältnis der Druckelemente zur Druckform.
Die vier wichtigsten Hauptdruckverfahren sind:

Hochdruck
ist ein seit Johannes Gutenberg verbreitetes Druckverfahren, bekannt als der klassische Buchdruck, bei dem die Druckelemente erhaben auf der Druckform stehen (Druck mit beweglichen Lettern). Hochdruck-Druckformen können als Tiegel (flache Druckform) und als Zylinder ausgeführt sein und sowohl Papierbogen als auch Papier von Rollen bedrucken.

Tiefdruck
Druckverfahren, bei dem die Druckelemente als Vertiefung in der Druckform ausgeführt sind. Diese Vertiefungen (Näpfchen) werden beim Druckvorgang mit Farbe gefüllt, welche an das Druckmaterial wieder abgegeben wird. Die Näpfchen können zum Beispiel durch Ätzung oder Gravur erreicht werden. Der Rotationstiefdruck (Tiefdruck mit zylindrisch ausgeführten Druckformen) ist heutzutage besonders bei Massendrucksachen und Zeitschriften in sehr hohen Auflagen wirtschaftlich, da den hohen Kosten der Druckform geringe Kosten im Fortdruck gegenüber stehen.

Flachdruck
Steindruck und Offsetdruck - Offsetdruck gewinnt immer mehr am Marktanteil, moderne Offsetmaschinen sind schnell und in der Qualität dem Rotationstiefdruck inzwischen überlegen. Zukünftig ist davon auszugehen, dass der Anteil des Digitaldrucks auf Kosten des Offsetdruck wachsen wird.

Durchdruck
Schablonendruck - ein universelles Durchdruckverfahren, die Schablone wird heute meist fotochemisch am feinen Siebgewebe aus Kunstfaser oder gar Stahldraht angebracht. Siebdruck kann sehr vielseitig eingesetzt werden um flache Objekte aller Formate zu bedrucken.

Weitere Druckverfahren
Darüberhinaus gibt es noch zahlreiche andere Druckverfahren:

Tampondruck - ist die Kombination aus Stempeldruck und Übertragungsdruck. Die Vorlage wird mit Hilfe eines Tampons (aus Silikonkautschuk) von einer Fläche auf die andere übertragen und kann damit zum Beispiel selbst in die Vertiefung eines Aschenbechers oder einer Tasse appliziert werden. Der Tampondruck findet besonders bei Werbegeschenkproduktion und in der Verpackungsherstellung Verwendung.

NIP-Verfahren (Non-Impact-Printing, elektronische Druckverfahren ohne Druckform) - eine ständig wachsende Anzahl von neuen Digitaldruck-Verfahren, ob Laserdrucker oder Zeilendrucker, ob elektrostatische Bürokopie oder hochwertiger Farbthermodruck, Plotter und Tintenstrahldruckern.

Stempeldruck - das älteste Druckverfahren überhaupt, bei dem die einzelnen Druckformen auf den Druckstoff aufgedrückt werden.

Thermotransferdruck - der Thermotransferdruck wird mit Hilfe eines speziellen Druckers ausgeführt. Durch Erwärmung des Druckkopfes wird Farbe von einem Farbband abgelöst und auf den zu bedruckenden Artikel übertragen. Das Farbband besteht aus einem Plastikband mit einer gefärbten Wachs-/Harz-Schicht auf der Unterseite. Durch zu starke Erwärmung kräuselt sich das Farbband und wirft Falten, der Druck wird unsauber. Daher ist der Thermotransferdruck nur für Schriften, Logos, Etiketten etc. geeignet, nicht jedoch für große Flächen. Ein farbverbindlicher Druck ist nicht möglich. Verwendet wird diese Technik unter anderem beim Bedrucken von CDs.

Thermoretransferdruck - der Thermoretransferdruck ist die Weiterentwicklung des Thermotransferdrucks vor allem im Bereich der CD und DVD-Bedruckung. Auch hierfür wird ein spezieller Drucker verwendet. Durch Erwärmung des Druckkopfes wird die Farbe von einem Farbband abgelöst und auf ein spezielles Übertragungsband übertragen. Von diesem Übertragungsband wird dann eine Folie auf das zu bedruckende Medium aufgeschmolzen. Durch diese Zwischenübertragung ist eine hohe Auflösung möglich und der Druck kann in Vollfläche erfolgen. Daher können auch kleine Stückzahlen in fotorealistischer Qualität bedruckt werden.

 
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